Digitalis

Ganz nah dran.

Die Irßlinger-News im Juli.

Der Sommer ist noch lange nicht vorbei. Wenn die Tage langsam wieder kürzer werden, sorgen viele Pflanzen erst richtig für Stimmung auf Balkon und Terrasse. Mit blühenden Stauden, farbenfrohen Gehölzen und dekorativen Gräsern lässt sich die schönste Zeit des Jahres ganz einfach verlängern. Und der Außenbereich bleibt bis weit in den Herbst hinein attraktiv.

Hydrangea_paniculata

© Hydrangeaworld

Den Auftakt zur Sommer-Verlängerung macht die Rispenhortensie (Hydrangea paniculata). Während viele Blühpflanzen langsam zur Ruhe kommen, legt sie erst richtig los. Ihre großen Blütenwolken bleiben oft bis in den Oktober attraktiv und verändern dabei kontinuierlich ihre Farbe. Was im Hochsommer strahlend weiß erscheint, zeigt sich später in Rosa- und Rotnuancen. Dadurch wirkt die Pflanze über Monate hinweg immer wieder neu und schenkt Balkon und Terrasse genau das, was man im Spätsommer am meisten genießen möchte: das Gefühl, dass der Sommer noch längst nicht vorbei ist.

Rudbeckia

© Irsslinger

Coreopsis

© Danuphon_AdobeStock

Den Sommer loslassen? Nicht mit Sonnenhut (Rudbeckia) und Mädchenauge (Coreopsis). Beide gehören zu den Pflanzen, die gerade dann aufblühen, wenn andere bereits an den Herbst denken. Ihre warmen Gelb- und Goldtöne erinnern an lange Augustabende und bringen selbst an bewölkten Tagen Licht in die Pflanzung. Weil sie über viele Wochen hinweg immer wieder neue Blüten hervorbringen, zählen sie zu den zuverlässigsten Sommerverlängerern überhaupt und sorgen dafür, dass die Saison gefühlt noch ein paar Wochen länger dauert.

Digitalis

© Irsslinger

Viele kennen den Fingerhut (Digitalis) als klassischen Frühsommerblüher, doch moderne Sorten und Nachblüten zeigen oft noch bis in den Spätsommer ihre markanten Blütenkerzen. Während viele Stauden nun kompakter werden, ragt der Fingerhut weiterhin über die Pflanzung hinaus und sorgt für spannende Höhenunterschiede. Besonders faszinierend: Schon vor Jahrhunderten wurde er in Kloster- und Bauerngärten kultiviert und galt als Pflanze voller Geheimnisse und Legenden. Bis heute bringt er etwas Märchenhaftes in den Garten.

Acer

© Jerome_AdobeStock

Der Japanische Ahorn (Acer) erzählt die Geschichte der kommenden Jahreszeit auf seine ganz eigene Weise. Noch sind seine filigranen Blätter grün, doch mit den ersten kühleren Nächten beginnt ein faszinierender Farbwechsel. Aus Grün werden Orange-, Rot- und Purpurtöne, die sich oft über mehrere Wochen hinweg entwickeln. In Japan wird dieses Naturschauspiel seit Jahrhunderten gefeiert, das sogenannte Momijigari. Das Bewundern der Herbstfärbung hat dort eine ähnliche Bedeutung wie die Kirschblüte im Frühjahr. Genau deshalb gehört der Ahorn zu den schönsten Sommer-Verlängerern.

Pennisetum

© Irsslinger

Den Schlusspunkt der Sommer-Verlängerung setzen Gräser. Federborstengras (Pennisetum alopecuroides) und Neuseeland-Segge (Carex comans) bringen eine Qualität in die Pflanzung, die Blüten allein nicht schaffen: Bewegung. Schon der kleinste Windhauch lässt ihre Halme und Blütenstände tanzen und verleiht Balkon und Terrasse eine besondere Leichtigkeit. Während das Federborstengras mit seinen weichen, bürstenartigen Ähren im Gegenlicht fast zu leuchten scheint, begeistert die Neuseeland-Segge mit ihren elegant überhängenden Blättern in warmen Bronze- und Kupfertönen. Gerade im Spätsommer, wenn das Licht weicher wird, spielen beide ihre Stärken aus. Sie fangen Sonnenstrahlen ein, schaffen Atmosphäre und zeigen, dass die Gartensaison nicht nur von Blüten lebt.

Pflege kurz & knapp:

Alle vorgestellten Pflanzen lassen sich hervorragend in Kübeln und größeren Pflanzgefäßen kultivieren. Während Rispenhortensie, Japanischer Ahorn und Fingerhut auch mit halbschattigen Standorten gut zurechtkommen, bevorzugen Sonnenhut, Mädchenauge und Federborstengras möglichst viel Sonne. Die Neuseeland-Segge zeigt sich flexibel und gedeiht sowohl sonnig als auch halbschattig. Wichtig für alle: ausreichend große Gefäße, eine gute Drainage und regelmäßiges Gießen während längerer Trockenphasen.

Tittelfoto: Irßlinger

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